Vom Interesse zur Profession – der Weg zur Gewaltschutzbeauftragten
Die Themen Prävention, Konfliktlösung und ein respektvolles Miteinander haben Antje Hutter schon immer begleitet. Als im Jahr 2019 eine Weiterbildung zur Deeskalationstrainerin angeboten wurde, nutzte Antje Hutter die Chance – und legte damit den Grundstein für ihre heutige Rolle. Seitdem schult sie Mitarbeitende und Teilnehmende in Plauen, Gera und Zwickau.
Mit der zunehmenden Bedeutung des Gewaltschutzes innerhalb der faw war es ein logischer Schritt, dass sie auch die Rolle der Gewaltschutzbeauftragten übernahm. Ihr Engagement basiert auf der Überzeugung, dass Prävention und Achtsamkeit entscheidend sind, um Konflikte frühzeitig zu erkennen und Eskalationen zu vermeiden.
Aufgaben zwischen Prävention, Beratung und akuter Unterstützung
Als Deeskalationstrainerin und Gewaltschutzbeauftragte trägt Antje Hutter eine große Verantwortung: Sie sensibilisiert Kolleginnen und Kollegen für potenziell schwierige Situationen, vermittelt Strategien zur Konfliktlösung und unterstützt im Ernstfall direkt.
Prävention als Fundament
Ein großer Teil ihrer Arbeit besteht darin, Mitarbeitende regelmäßig zu schulen. Dabei geht es um:
- Strukturelle Rahmenbedingungen wie Büro- und Raumgestaltung
- Achtsamkeit für verbale und nonverbale Signale
- Kommunikative Fähigkeiten
- Last-Exit-Strategien, also Handlungsoptionen in akuten Situationen
Ziel ist es, die eigene Handlungsfähigkeit zu stärken und ein Bewusstsein für mögliche Konfliktpotenziale zu schaffen.
Unterstützung im konkreten Fall
Kommt es zu schwierigen Gesprächen oder Vorfällen, steht sie sowohl Mitarbeitenden als auch Teilnehmenden zur Seite. Antje Hutter beschreibt ihre Rolle als beratend, deeskalierend und lösungsorientiert – immer in enger Abstimmung mit der Leitung.
Ihr Leitsatz: „Der beste Kampf ist der, der nicht gekämpft wurde.“
Gewaltbereitschaft im Wandel? – eine differenzierte Einschätzung
Auf die Frage, ob Gewalt und Aggression in den letzten Jahren zugenommen haben, antwortet sie differenziert. Konflikte gehören zum Leben, sagt Antje Hutter, und gelegentliche Eskalationen seien nicht ungewöhnlich. Tätliche Übergriffe seien jedoch weiterhin selten.
Sie sieht die Ursachen für Konflikte häufig in:
- persönlichen Belastungen
- mangelnden Stressbewältigungsstrategien
- fehlenden sozialen Kompetenzen
- hohen Anforderungen im beruflichen Kontext
Eine generelle Zunahme der Gewaltbereitschaft im BTZ beobachtet Antje Hutter nicht. Was jedoch deutlich gestiegen sei, ist die Achtsamkeit für potenziell konfliktbehaftete Situationen – und damit auch die Bereitschaft, präventiv zu handeln. Die Einführung der Gewaltschutzbeauftragten und deren Vernetzung innerhalb der faw bezeichnet sie als wichtigen Meilenstein.
Einblick in den Alltag – zwischen Beratung, Workshops und spontanen Gesprächen
Ihr Arbeitsalltag ist vielfältig. Antje Hutter berichtet von Situationen, in denen Teams unsicher waren, ob ein Teilnehmender aufgrund aggressiver Äußerungen in ein Praktikum starten sollte. Gemeinsam wurden Szenarien durchgespielt und eine tragfähige Lösung gefunden.
Auch bei schwierigen Gesprächen wird sie hinzugezogen – transparent, respektvoll und mit dem Ziel, Eskalationen zu verhindern. In einem Fall steigerte sich die Anspannung eines Teilnehmenden mehrfach, blieb jedoch unter Kontrolle.
Neben diesen akuten Situationen gehören auch folgende Aufgaben zu ihrem Alltag:
- Vorstellung bei neuen Teilnehmenden, um eine niedrigschwellige Ansprechbarkeit zu schaffen
- Projekttage zu Deeskalation und Konfliktmanagement, die sie als besonders bereichernd empfindet
- Austausch mit anderen Gewaltschutzbeauftragten, um Wissen und Erfahrungen zu teilen
- Kurzgespräche mit Kolleginnen und Kollegen, die oft schon ausreichen, um Unsicherheiten zu klären
Diese Mischung aus Prävention, Beratung und kollegialem Austausch macht ihre Arbeit lebendig und wirkungsvoll.
Blick in die Zukunft – ein Wunsch für das Miteinander
Für die kommenden Jahre wünscht Antje Hutter sich vor allem eines: Ein weiterhin wertschätzendes, lösungsorientiertes Miteinander im BTZ.
Dazu gehört für Antje Hutter auch, dass Mitarbeitende ihren achtsamen Blick für Sicherheit und Selbstschutz behalten – nicht nur im beruflichen, sondern auch im privaten Umfeld.